Kultur

Kultur unterhält, ist aber noch so viel mehr: Ihre vielfältigen Angebote schaffen Anlässe für Begegnungen, eröffnen neue Perspektiven und geben Orientierung im Alltag. Ihre Zentrifugalkräfte wirken sich gleichermaßen positiv auf die persönliche Entwicklung wie auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Daher ist kulturelle Teilhabe ein Menschenrecht, das in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der UN-Behindertenkonvention verankert ist.

Kunst und Kultur sind Kinder der Freiheit. Um sich entfalten und entwickeln zu können, muss Wiesbadens Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt erhalten und gegen jegliche politische Einflussnahme geschützt werden.

Was zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft für uns bedeutet

Kulturförderung ist Demokratieschutz

Kultur ist mehr als Unterhaltung. Sie stiftet Begegnung, regt zum Nachdenken an und stärkt unser demokratisches Miteinander. Kultur zeigt unterschiedliche Stimmen und Lebensentwürfe und macht sie erlebbar. Hier wird Vielfalt und Inklusion gelebt, Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt gefördert.

Kultur ist somit eine tragende Säule einer offenen und demokratischen Gesellschaft.



Kultur ist ein Standortfaktor

Ein attraktives kulturelles Angebot stärkt Wiesbadens Tourismus und steigert die Anziehungskraft für Unternehmensansiedlungen, den Zuzug von Fachkräften und Studierenden und bindet Menschen an unsere Stadt.

Kultur als Entwicklungsmotor

Kultur lotet Grenzen aus und begleitet kritisch gesellschaftliche Prozesse. Sie eckt an, ist unbequem und bricht Tabus. Kultur ist ein Experimentierfeld, in dem Demokratie geübt und Aushandlungsprozesse gelebt werden können. Kultur ist damit ein unverzichtbarer Impulsgeber für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung einer demokratischen Gesellschaft.

Kultur schafft Freiräume

Kulturelle Teilhabe ist kein „nice to have“, sondern es ist ein Menschenrecht. Kultur bietet Inspiration und regt zum Nachdenken an. Kulturelle Bildung erweitert den Horizont, stärkt Toleranz und Selbstwirksamkeit. Kulturelle Räume bieten „Safe Spaces“, um die Entfaltung der eigenen Identität zu fördern. Kultur bietet echtes gemeinsames Erleben und führt zusammen statt zu spalten.



Kultur ist Stadtentwicklung

Auch in Wiesbaden hinterlässt der wachsende Onlinehandel seine Spuren. Der Leerstand wächst. Fachgeschäfte und selbst große Kaufhäuser geraten in Bedrängnis. Eine verödende Innenstadt ist nicht nur unattraktiv, auch Unsicherheit – ob real oder gefühlt – wird dort schnell zum Thema.

Die kreativen und kulturellen Potenziale unserer Stadt können hier Brücken bauen: Durch die Bespielung von Leerstand, der Schaffung von „Dritten Orten“, der Belebung von Plätzen mit Veranstaltungen und der Ansiedlung von Clubs und Gastronomie entstehen neue Orte der Begegnung, die die Attraktivität der Innenstadt steigern.



Was wir konkret in diesem Bereich tun wollen

Künstlerhaus43, VHS, Stadtmuseum, Kreativfabrik, KONTEXT oder Tanzhaus – sie alle eint in besonderem Maße: Kultur braucht Räume, Bestandsschutz und klare Perspektiven. Wir unterstützen daher eine kulturelle Stadtentwicklung durch Umnutzung von Leerstand, die Weiterentwicklung des KULTurCAMPus und die Entstehung von neuen „Dritten Orten“, wie z.B. das WALHALLA.

Ökologische und soziale Nachhaltigkeit ist auch in der Kultur ein wichtiges Ziel. Oft fehlen jedoch Know How und finanzielle Mittel, um nachhaltige Ideen umsetzen zu können. Wir wollen daher den Zugang zu bestehenden Fördermöglichkeiten durch Beratung erleichtern und den Wissenstransfer zwischen den Kulturträgern durchregelmäßige Workshops und die fortgesetzte Unterstützung von TourCert und Ökoprofit oder auch von brancheneigenen Zertifizierungsstandards verbessern.

Kulturförderung ist kein Luxus, den man sich leisten können muss. Kulturförderung ist Demokratieschutz. Deshalb ist es gerade in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten wichtig, dass Kulturförderung nicht unter die Räder kommt. Wenn Förderungen von politischer Willkür abhängen und unliebsame Inhalte gestrichen werden, geraten die Grundpfeiler unserer Demokratie in Gefahr. Wir GRÜNE stehen daher zum Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft, zur Lobby des Kulturbeirats, zur weiteren Förderung der Stabsstelle Engagement in der Kultur und zur Umsetzung des Kulturentwicklungsplans.

Freie Bühnen, Ateliers und soziokulturelle Zentren sind der kreative Humus der Gesellschaft. Hier entstehen neue Ideen und spartenübergreifende Projekte. Wir GRÜNE wollen, dass ihre Förderung verstetigt wird und Benachteiligungen gegenüber Kultureinrichtungen von Stadt und Land beendet werden, um die finanzielle Sicherheit für Kunst- und Kulturschaffende zu verbessern.

Das Hessische Staatstheater mit den Internationalen Maifestspielen und Wiesbadens Biennale erreichen zahlreiche Menschen aus Wiesbaden und über die Stadtgrenzen hinaus. Wir wollen eine stärkere Beteiligung des Landes an der Finanzierung des Staatstheaters erreichen und setzen uns für eine Öffnung des Hauses für möglichst viele Bevölkerungsgruppen ein.

Kulturelle Vielfalt macht Wiesbaden lebendig und attraktiv für Tourist*innen, Fachkräfte, Studierende und Unternehmen. Wir wollen die Kulturszene in unserer Außendarstellung noch stärker sichtbar machen, die Kooperationen zwischen Kultur, Tourismus und Wirtschaft weiter stärken und Kultur als festen Kooperationspartner der Stadtentwicklung verankern.

Kunst im öffentlichen Raum schafft Begegnungsorte und lebendige Ausstellungsräume. Sie fördert die ansässigen Künstler*innen und erhöht die Identifikation mit der Stadt und der lokalen Szene. Wir wollen uns für Flächen und eine temporäre Ausstellung von Kunst im öffentlichen Raum einsetzen.

Am Beispiel des Youth Culture Festival zeigt sich eindrucksvoll, dass Jugendliche großes Interesse daran zeigen, an der Organisation kultureller Veranstaltungen nicht nur mitzuwirken, sondern diese auch selbst zu gestalten. Wir wollen uns dafür einsetzen, die Partizipationsmöglichkeiten sowie die selbstbestimmte Teilhabe im Bereich Kultur für Jugendliche zusammen mit den Partner*innen der Jugendarbeit und der freien Szene zu erweitern.

Um das Nachtleben in Wiesbaden als Ganzes zu stärken, halten wir weiterhin an der Schaffung einer Stelle für eine*n Nachtbürgermeister*in fest. Diese soll die verschiedenen Akteur*innen der Nachtökonomie mit Politik, Verwaltung und Bürger*innen zusammenbringen, Hürden abbauen, gegenseitiges Verständnis schaffen, die urbane Stadtentwicklung mitgestalten und die Ansiedlung von Clubs und Gastronomie fördern.

Wir wollen außerdem den Veranstaltungskalender der Stadt Wiesbaden in der App „Alles Wiesbaden“ mobil erlebbar machen und damit die Sichtbarkeit der Kultur weiter erhöhen.

Was wir bereits erreicht haben

Allen Menschen soll die Teilhabe an Kultur ermöglicht werden. Daher haben wir die kostenlose Mitgliedschaft in der Stadtbibliothek auf den Weg gebracht. Um junge Menschen früh an Kultur heranzuführen, wurde außerdem das Förderprogramm Kulturelle Bildung an Schulen installiert. Und mit dem Förderprogramm für interkulturelle Projekte werden gezielt Künstler*innen, Vereine und Initiativen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen gefördert, um Projekte für ein breites diverses Publikum auf den Weg zu bringen.

Mit dem Umzug der VHS in die Innenstadt und dem Start der Sanierung des Walhalla als Dritten Ort sind zwei erste Projekte in der Realisierung, die in Zusammenarbeit mit Kultur- und Bildungseinrichtungen, die Attraktivität der Wiesbadener Innenstadt erhöhen sollen.

Zusammen mit dem Partnernetzwerk wird TourCert als Zertifizierung auch für Kultureinrichtungen implementiert. Auch Ökoprofit steht den Kultureinrichtungen offen. Leihen statt Kaufen reduziert den Ressourcenverbrauch und den individuellen ökologischen Fußabdruck. Zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen haben wir für die Einrichtung einer Bibliothek der Dinge in der Stadtbibliothek gesorgt, in der  Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs kostenfrei ausgeliehen werden können.
Für einen Wissenstransfer und einen Austausch der Kultureinrichtungen untereinander veranstaltet die Stadt Wiesbaden im Oktober 2025 eine erste große Nachhaltigkeits-Konferenz mit den Wiesbadener Kultureinrichtungen.

Um die Transparenz zu erreichen und die Einflussnahme der Politik auf Kulturförderung zu minimieren, wurde ein Fachbeirat gegründet und dessen Empfehlungen bei der institutionellen Förderung zu großen Teilen implementiert. Der Kulturentwicklungsplan wird sukzessive umgesetzt.