Umwelt- und Naturschutz

Wiesbaden ist geprägt von wunderschönen Naturlandschaften, die es zu schützen gilt. Wir setzen uns für einen konsequenten und verantwortungsvollen Umwelt- und Naturschutz ein, der unsere Lebensqualität verbessert, den Verlust der Artenvielfalt verhindert und unsere natürlichen Ressourcen für kommende Generationen bewahrt. Unsere Stadt Wiesbaden ist unser gemeinsames Zuhause. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist daher nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein Grundpfeiler für Lebensqualität und Gerechtigkeit. Wir setzen uns für eine Stadt ein, in der Mensch und Natur im Einklang leben können – heute und für zukünftige Generationen.

Was verantwortungsvoller Umwelt- und Naturschutz für uns bedeutet

Intakte Natur

Die Regenerationsfähigkeit unserer Ökosysteme ist beeindruckend. Wo wir der Natur Raum geben, blüht sie wieder auf, und daran werden wir arbeiten.

Natürliche Lebensräume genießen

Naturerfahrungen reduzieren Stress, lindern nachweislich viele Krankheiten und heben unsere Stimmung. Diese Erlebnisse wollen wir allen ermöglichen und insbesondere unseren Kindern.

Tief Durchatmen

Luftreinheit ist mehr als nur ein Umweltthema – sie ist ein Grundrecht für uns alle. Wir setzen uns für wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ein.

Grüne Stadt erleben

Jeder zusätzliche Baum, jeder entsiegelte Platz, jede Fassadenbegrünung und jedes offene Wasser verbessert unsere Lebensqualität, schafft Begegnungsstätten und reduziert Hitze und Lärm.

Identifikation mit unserem Zuhause

Die Verbindung von Heimat und Naturschutz bewegt immer mehr Menschen. Wir wollen die besondere Landschaft Wiesbadens als lebendigen, vielfältigen Lebensraum für die Zukunft gestalten und bewahren.

Ein erholsamer Alltag

Guter Schlaf durch weniger Lärm und geringere Lichtverschmutzung, sauberes Trinkwasser und eine müllfreie Stadt – all das gibt uns die Kraft für ein gutes Leben.

Was wir konkret in diesem Bereich tun wollen

Eine klimaresiliente Stadt braucht lebendige Ökosysteme. Gebäude, Straßen und Plätze bieten enormes Potenzial als Standort für Pflanzen. Wir wollen, dass alte Bäume erhalten bleiben, und falls nötig, umgehend ersetzt werden, dass neue Bäume gepflanzt und begrünte Inseln geschaffen werden, um für Abkühlung und Beschattung zu sorgen. Auf städtischen Flächen sollen ausschließlich insektenfreundliche, hitze- und trockenheitstolerante Pflanzen angebaut werden. Gemeinsam mit den Bürger*innen wollen wir Schottergärten und versiegelte Vorgärten wieder zum Blühen bringen. Auf diese Weise wollen wir lebenswerte Begegnungsstätten für alle Stadtbewohner*innen schaffen.

Statt grauer Wände wollen wir grüne Lungen, die das Stadtbild beleben. Gebäudebegrünung reduziert den Energiebedarf, kühlt Räume und ist Teil des Schwammstadtkonzepts. Zu viele Dächer und Fassaden in unserer Stadt sind noch ungenutzte Flächen. Dabei können sie Regenwasser speichern, die Luftqualität verbessern und Lebensraum für Tiere bieten. Wir setzen uns dafür ein, dass bei Neubauten künftig konsequent Dachbegrünung kombiniert mit Photovoltaik zum Einsatz kommt. Ein Förderprogramm „Dach-, Fassaden- und Höfebegrünung“ soll Hauseigentümer*innen unbürokratisch helfen und finanziell unterstützen.

Eine Stadt kann mehr als nur Menschen beherbergen. Gemeinsam machen wir Wiesbaden zu einem Ort, an dem wir mit Tieren gut zusammenleben können. Wir setzen uns dafür ein, dass bei Neubauten und Sanierungen gezielt Nistmöglichkeiten für Vögel wie Falken und Mauersegler sowie Quartiere für Fledermäuse integriert werden. Auch Bienen und andere Insekten brauchen Lebensraum in der Stadt. Nistkästen, Wildblumenwiesen und Wasserstellen bieten wertvolle Hilfe für „tierisches Leben“ und schützen die lokale Tier- und Pflanzenwelt. Wir wollen Modellprojekte für tierfreundliches Bauen auf den Weg bringen und unterstützen Bauherr*innen sowie Gartenbesitz*innen dabei, niedrigschwellige Beratungsangebote zu erhalten, wie sie mit einfachen Mitteln Lebensräume schaffen können.

Netto-Null ist unser Ziel! Im Außenbereich sind unversiegelte Flächen die Grundlage für Lebensmittelproduktion, Biodiversität, Frischluftentstehung und naturnahe Landschaft. In der Stadt dienen offene Böden dem dringend erforderlichen Schutz vor Hitze und Überschwemmung.

Bei Entwicklung und Bau neuer Siedlungs- und Gewerbeflächen steht für uns die größtmögliche Vermeidung ökologischer Risiken an erster Stelle, für negative Auswirkungen auf die Ökosysteme erfolgt eine Kompensation. Für jeden weiteren Quadratmeter innerstädtisch bebauter Fläche wollen wir, dass die Stadt Wiesbaden  zum Ausgleich der Klimafunktion vertikales Grün schafft.

Früher sorgten die heißen Quellen für Wiesbadens Ruf als Weltkurstadt, heute dient das Wasser in seiner Vielfalt unser aller Wohlergehen, denn Wasserschutz ist Lebensschutz. Der notwendige Umbau zur Schwammstadt verbessert nicht nur die Klimaresilienz, sondern fördert auch den Erhalt der lokalen Trinkwasservorräte und stellt die Regenwassernutzung in unserer Stadt sicher.

Wir wollen den Schiersteiner Hafen als intaktes Stillgewässer erhalten und dass in der Stadt die zahlreichen „Bäche ans Licht“ geholt und sie dort, wo es möglich ist, renaturiert werden.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt  Flächen erwirbt, um den naturnahen Fließgewässern Raum zu geben. Trinkwasserbrunnen und Wasserspielplätze bieten Alt und Jung einen erfrischenden Stadtaufenthalt. Die Qualität unseres Wassers liegt uns ganz besonders am Herzen. Wir setzen uns nachdrücklich für den Bau weiterer Reinigungsstufen im Haupt- und Biebricher Klärwerk zur Klärung des Abwassers von Rückständen aus Arzneimitteln, Kosmetika und Industriechemikalien sowie Mikroplastik ein.

Unnötige Beleuchtung ist nicht nur Energieverschwendung, sie schadet auch der Tier- und Pflanzenwelt. Insekten, Vögel und Fledermäuse leiden massiv unter künstlichem Licht. Wir wollen daher bei öffentlichen Flächen und Gebäuden für eine tierfreundliche Beleuchtung sorgen. Energieeffiziente und bedarfsgerechte Lichtnutzung sorgt für natürlich dunkle Lebensräume. Durch den Einsatz von beispielsweise warmweißem Licht, zeitgesteuerten Leuchten und Lichtabschaltungen wird gleichzeitig das Sicherheitsbedürfnis der Menschen berücksichtigt.

Wir wollen, dass die Stadt über ihre Öffentlichkeitsarbeit die Bürger*innen über die Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf Tierwelt, Mensch und Umwelt informiert und ihnen damit einen neuen Blick auf das Nachtleben der Tierwelt und dessen Bedeutung ermöglicht.

Wiesbaden und seine typische Umgebung am Taunusrand bieten ein unverwechselbares Landschaftsbild. Streuobstwiesen, Wälder, offene Täler, Bachauen und die lebendigen Rheinufer bieten eine Vielfalt an unterschiedlichsten Lebensräumen.

Bedeutende Spuren aus Kelten- und Römerzeit sowie aus dem Mittelalter und der Nassauischen Zeit des 19. Jahrhunderts finden sich in unserer Landschaft. Das Bewusstsein und der Einsatz für ihren Erhalt fördern die Verbundenheit mit unserem wunderschönen Zuhause.

Wiesbadens Landschaftsschutzgebiete sind grüne Oasen und ökologische Schatzkammern unserer Stadt. Sie bieten nicht nur einen Erholungsraum für uns Menschen, sondern sind auch unverzichtbare Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das ökologische Gleichgewicht dieser wertvollen Flächen ist zunehmend bedroht – durch illegale Bebauung und gewerbliche Nutzung sowie andere Eingriffe in Natur und Landschaft. Wir setzen uns für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Nutzung und Erhalt ein und zeigen Bürger*innen unseren grünen Reichtum. Deshalb wollen wir, dass die Stadt Wiesbaden Flächen kauft und die Lebensgrundlagen für unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten wiederherstellt.

Wir unterstützen weiterhin die Einrichtung einer UNESCO-Biosphärenregion auf Gebieten der Kreise Rheingau-Taunus und Main-Taunus sowie der gesamten Stadt Wiesbaden.

Unsere Stadt ist gewachsen, also muss auch der Raum für Natur und Erholung wachsen. Wir wollen nach dem erfolgreichen Vorbild des Frankfurter Grüngürtels einen zusammenhängenden Grünen Ring um die Wiesbadener Innenstadt schaffen und rechtlich absichern. Dabei werden Flächen miteinander vernetzt, sodass ein geschützter Biotopverbund entsteht. Blühende Stadtoasen und Wanderkorridore für Wildtiere – statt ehemaliger Industrieflächen und brachliegender Grundstücke – sind praktizierter Artenschutz. Doch der Grüne Ring soll nicht nur der Natur dienen. Ein durchgängiger Rad- und Fußweg bietet neue Erholungsmöglichkeiten für alle. Besonders wichtig ist uns die Einbindung der Bürger*innen: Patenschaften, Urban-Gardening-Projekte und Schulräume sollen entstehen. So verbindet der Grüne Ring unsere Stadtgesellschaft und fördert gleichzeitig die Umweltbildung.

Das bereits entwickelte Rhein-Main-Ufer-Konzept soll in die Grüngürtelkonzeption einbezogen werden, sodass wir die alten blau-grünen Adern zwischen Rhein und Taunus wiederbeleben. Für eine gelungene Umsetzung des Konzepts planen wir darüber hinaus, die Bundesgartenschau nach Wiesbaden zu holen. Die damit verbundenen Fördergelder kann die Stadt Wiesbaden als großartige Chance nutzen, um gemeinsam mit den Bürger*innen Wiesbaden lebendiger zu gestalten und die Stadt damit in den Mittelpunkt nationaler und internationaler Aufmerksamkeit zu stellen.

Die Sicherung unserer Landschaftsschutzgebiete ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir wollen das Bewusstsein für den Wert dieser Flächen stärken und die Wiesbadener*innen aktiv einbinden. Durch Informations- und Naturerlebnisangebote sowie zivilgesellschaftliche Projekte können Lebensfreude und ein neues Verständnis für unsere schützenswerte Umwelt entstehen.

Insbesondere wollen wir der Vermüllung von Stadt und Natur gegensteuern und Wiesbaden gemeinsam zu einer sauberen, lebenswerten Stadt machen.

Wir GRÜNE setzen uns konsequent für den Schutz vor Flug- und Straßenlärm ein. Hierzu zählt insbesondere der Lärm, der durch den Frankfurter Flughafen und das US-Airfield Erbenheim verursacht wird. Flug- und Straßenlärm machen krank und beeinträchtig die Lebensqualität.

Was wir bereits erreicht haben

Mit der Entwicklung eines Bodenmanagementkonzepts haben wir ein wirksames Instrument, um Flächen zu schützen, nachhaltig zu entwickeln und zu bewirtschaften. Grünflächen- und Klimaschutzflächen werden erhalten. Optimierte Flächennutzung und -recycling ist die Gewähr für den auf Bundesebene festgelegten Netto-0-Flächenverbrauch bis spätestens 2050. Nach Erreichen von Netto 0 steigt die Stadt in eine Flächenkreislaufwirtschaft ein. Die Inanspruchnahme von Freiflächen und wertvollen Böden wird durch eine vorausschauende, aktive Bodenpolitik reduziert.

Mit großem Engagement wurde bereits viel für die nachhaltige Bildung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, getan und wollen, dass die Stadt Wiesbaden  dieses erfolgreiche Programm weiter ausbaut. Ein Beispiel ist das BNE-Netzwerk Wiesbaden als freiwilliger Zusammenschluss von Vereinen, Verbänden, Stiftungen, Einrichtungen und Initiativen.

2027 wollen wir, dass in Wiesbaden eine neuer Eigenbetrieb aus den Entsorgungsbetrieben ELW und dem Grünflächenamt an den Start geht, wodurch viele Synergien geschaffen werden –  wichtige Weichen dafür haben wir bereits 2025 gestellt.

Das Programm „Bäche ans Licht“ wurde bereits begonnen und am Sedanplatz umgesetzt. Ebenso wurden das Wellritztal und weitere Bachauen vernetzt und naturnah gestaltet und zur Erholung für Bürger*innen zugänglich gemacht.

Es wurden in der Stadt bereits 60 Refill-Trinkwasserstationen in der Innenstadt installiert und wir wollen das weiter vorantreiben. An der Reisinger Anlage hat der Bau des Wasserspielplatzes begonnen, die „Play-Fountain“ auf dem Luisenplatz war ein großer Erfolg. Derzeit  wird der Elsässer Platz in einen grünen, kühlen und schattigen Aufenthaltsort verwandelt.

Mit verschiedenen Projekten fördert die Stadt Wiesbaden  den Artenreichtum in der Stadt. Das Projekt „Gießbaden“ unterstützt Nachbarschaften bei der Baumscheibenpflege. Weitere Projekte sind die „Wilden Wiesen“, die „Woche der Biodiversität“, das Biodiversitätskonzept sowie der Nachhaltigkeitsdialog.

Das städtische Programm ÖKOPROFIT verbindet nachhaltige, ressourcenschonende Wirtschaftsweise und betrieblichen Erfolg mit ökologischem Verantwortungsbewusstsein.

Friedhöfe gewinnen als grüne Räume an Bedeutung. Sie sind nicht nur Orte für Trauer und Gedenken,sondern auch Oasen für Erholung und wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Auch in der Klimaanpassung kommt ihnen als natürliche Refugien herausragende Bedeutung zu.

Zusammen mit dem Förderprogramm des Landes Hessen unterstützt die Stadt Wiesbaden private Immobilieneigentümer bei Haus- und Hofbegrünungen finanziell und mit Know-how.