Jugend, Auszubildende und Studierende

Jugendliche sind die Zukunft unserer Stadt und verdienen beste Chancen zur persönlichen Entfaltung. Eine starke Jugendpolitik schafft Perspektiven für alle jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status.

Vielfältige Kultur-, Bildungs- und Freizeitangebote sind dabei ebenso wichtig wie echte Beteiligung an städtischen Entscheidungen. Wir setzen uns für eine Jugendpolitik ein, die Demokratie fördert, Bildungsgerechtigkeit stärkt und allen Jugendlichen ermöglicht, ihre Potenziale zu entdecken und zu entwickeln. Besonders wichtig ist uns die Unterstützung von Auszubildenden und Studierenden.

Was gute Politik für Jugendliche, Auszubildende und Studierende für uns bedeutet

Beteiligung stärken

Jugendliche brauchen echte Mitsprache in städtischen Entscheidungen.

Demokratie fördern

Demokratiebildung und frühe politische Teilhabe verhindern Extremismus und stärken den Zusammenhalt und können langfristig zu politischem Engagement motivieren.

Bildung ermöglichen

Herkunft darf nicht über Zukunftschancen entscheiden.

Kultur schaffen

Junge Menschen brauchen Räume für kreative Entfaltung.

Perspektiven eröffnen

Junge Menschen entscheiden selbst über ihren Berufsweg. Die duale Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium.

Vielfalt leben

Wiesbadener Jugendliche sind vielfältig. Allen Herkünften und Lebensmodellen geben wir Raum.

Was wir konkret in diesem Bereich tun wollen

Wir wollen, dass alle Schüler*innen in Wiesbaden täglich Zugang zu gesundem, ausgewogenem und leckerem Essen haben – sowohl an Schulen als auch an Berufsschulen. Gesundes Essen unterstützt nicht nur die Konzentration und Leistungsfähigkeit, sondern fördert auch die Gesundheit langfristig. Deshalb setzen wir uns für qualitativ hochwertige, frische Speisen ein, die zudem bezahlbar bleiben, damit alle Jugendlichen unabhängig vom Geldbeutel ihrer Familien davon profitieren können.

Um der Wiesbadener Jugend eine starke Stimme zu verleihen, haben wir die Jugendgremien, Stadtjugendring(SSR) und das Jugendparlament (JuPa) kontinuierlich unterstützt und gefördert. Wir sichern die Finanzierung, verstärken den Einbezug in Entscheidungen, fördern Demokratiebildung und verbessern die Sichtbarkeit der Jugendvertretungen für mehr politische Teilhabe.

Jugendliche können sich über das Jugendparlament (JuPa), den Stadtschüler*innenrat (SSR) und den Stadtjugendring (SJR) bereits bei der Gestaltung politischer Entscheidungen beteiligen. Zusätzlich wollen wir digitale Beteiligungsformen ausbauen, etwa Online-Abstimmungen, digitale Bürgerräte oder interaktive Ideenplattformen, damit möglichst viele Jugendliche, unabhängig von Schule oder Vereinszugehörigkeit, ihre Meinung einbringen können. Ziel ist es, dass Beteiligung nicht nur symbolisch, sondern wirklich wirksam ist – von der Planung neuer Plätze über kulturelle Angebote bis hin zu wichtigen städtischen Entscheidungen, die das Leben junger Menschen direkt betreffen. Die AG Plätze war da ein erster Schritt. Wir wollen künftig auch an Möglichkeiten der Beteiligung von Studierendenvertretungen wie der AStA an unseren Hochschulen arbeiten.

Wir wollen sicherstellen, dass die wertvolle Infrastruktur für Wiesbadens Jugendorganisationen erhalten bleibt. Der Jungbrunnen bietet bislang Raum für Jugendverbände, Schüler*innenvertretungen und ehrenamtliche Initiativen – ein zentraler Ort für Partizipation, Workshops und gemeinsames Engagement. Da der Jungbrunnen bei einer Sanierung oder einem Verkauf des Palasthotels künftig nicht mehr wie bisher nutzbar wäre, setzen wir uns für einen geeigneten Ersatz ein. Ziel ist es, einen modernen, gut erreichbaren und flexibel nutzbaren Ort zu schaffen, an dem Jugendliche weiterhin ihre Projekte durchführen, sich vernetzen und selbstbestimmt gestalten können.

Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen, aufhalten und unter sich sein können. Deshalb berücksichtigen wir ihre Bedürfnisse bei der Quartiersentwicklung und schaffen Treffpunkte mit Infrastruktur wie Bänken, Trinkwasser, Toiletten, Schatten sowie Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Wichtig ist uns dabei, dass diese Räume kostenfrei zugänglich sind, Jugendliche ihre eigenen Getränke und Speisen mitbringen dürfen und sie im besten Fall selbst über die Nutzung mitentscheiden und Verantwortung übernehmen können.

Ein besonderer Bedarf für jugendgerechte Räume ist in der Innenstadt. Daher setzen wir uns dafür ein, einen Leerstand in der Fußgängerzone temporär oder auch längerfristig als niedrigschwelligen Jugendtreffpunkt zu etablieren, der auch in den Abendstunden ein sicherer Ort für Jugendliche zum Treffen von Freund*innen ist.

Jugendliche Subkulturen, die sich oft über Musik ausdrücken, brauchen spezifische Orte für ihre Kreativität – insbesondere Proberäume. Kreativfabrik und Schlachthof leisten hier bereits viel, doch mit dem Wegfall von Orten wie Kontext oder Sabot  sind wichtige Räume für jugendkulturelles Leben verschwunden. Wir setzen uns dafür ein, diese Lücken auszugleichen und weitere Möglichkeiten zu schaffen, damit Jugendliche ihre Kultur und Kreativität frei entfalten können und für alle ein passendes Angebot da ist.

Wir setzen uns für den dauerhaften Erhalt und Ausbau der Stadtteilzentren (STZs) in Wiesbaden ein. Gerade in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen leisten sie wertvolle Arbeit: Sie bieten Kindern und Jugendlichen sichere Orte, an denen Freizeit, Bildung und Teilhabe selbstverständlich sind. Angebote wie Hausaufgabenhilfe, Ferienprogramme oder der Mädchentag fördern Selbstvertrauen und Chancengerechtigkeit.

Wir wollen alle Jugendzentren und Treffpunkte barrierefrei ausbauen – mit rollstuhlgerechten Zugängen, digitalen Angeboten und flexibel nutzbaren Räumen. So ermöglichen wir allen Jugendlichen eine selbstständige und sichere Teilhabe.

Wir setzen uns für eine verlässliche und wirksame Bezirkssozialarbeit ein. Unser Ziel ist, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in allen Lebensphasen verlässliche Unterstützung finden – in Schule, Ausbildung und Studium. Gut ausgestattete Teams vor Ort erkennen Belastungen frühzeitig, vermitteln Hilfen und begleiten junge Menschen, bevor Probleme eskalieren.

Wir schaffen sichere Räume, in denen queere Jugendliche ihre Freizeit gestalten, Beratung erhalten und sich selbstbestimmt entwickeln können. Solche Räume sind entscheidend für Empowerment, Selbstvertrauen und gesellschaftliche Teilhabe – besonders in einer Zeit, in der queere Jugendliche noch immer Diskriminierung und Ausgrenzung erleben.

Die kostenlosen Menstruationsprodukte an Schulen werden beibehalten und auf alle öffentlichen Einrichtungen ausgeweitet, wie Jugendzentren, Bibliotheken oder Sportstätten. Gerade Jugendliche, Auszubildende und Studierende haben oft nur wenig Geld. Kostenfreie Produkte helfen, finanzielle Belastungen im Alltag zu verringern.

Wir wollen, dass spezielle Präventionsprogramme für Jugendliche gegen geschlechtsspezifische Gewalt etabliert werden, um früh in der Sozialisierung anzusetzen und patriarchale Strukturen aufzubrechen.

Wir wollen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Wiesbaden gezielt angehen. Viele junge Menschen, die studieren oder eine Ausbildung machen, können sich marktübliche Mieten nicht leisten. Deshalb wollen  wir die Entwicklung zusätzlicher, bezahlbarer Wohnangebote für Studierende und Auszubildende fördern, um ihnen eine verlässliche Perspektive in der Stadt zu bieten.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir das Studierendenwerk und andere Träger beim Bau neuer Wohnplätze stärker unterstützen. Auch die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sollen einen klaren Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Studierende und Auszubildende leisten. Dabei sollen studiennahe Angebote zur Kinderbetreuung mitgedacht werden. Zudem unterstützen wir das Studierendenwerk aktiv bei der Suche nach geeigneten Grundstücken für neue Wohnheime. Ein konkretes Projekt ist die Entwicklung eines Studierenden- und Azubi-Wohnheims am Rande des neu geschaffenen Elsässer Parks in Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk.

Wir wollen berufliche Bildung stärken und als gleichwertige Alternative zum Studium sichtbar machen. Dazu investieren wir in moderne Ausstattung an Berufsschulen und wollen, dass die Stadtverwaltung eine Imagekampagne startet, die die Vorteile der dualen Ausbildung hervorhebt.

Der ÖPNV muss junge Menschen auch abends zuverlässig in die Stadt und zurück bringen. Die Nightliner der ESWE Verkehr verbinden Innenstadt und Vororte sicher und günstig, ermöglichen den Besuch von Freizeit- und Kulturangeboten und sorgen dafür, dass alle Jugendlichen, Auszubildenden und Studierenden unabhängig von Wohnort und Budget mobil bleiben. Das wollen wir weiter sicherstellen.

Was wir bereits erreicht haben

Die neu geschaffene zentrale Anlaufstelle JIZ ist weit mehr als ein Infopunkt. Hier bekommen junge Menschen Beratung zu Freizeitmöglichkeiten, Ausbildungswegen, rechtlichen Fragen oder auch zu persönlichen Problemen. Das JIZ ist damit ein Ort, an dem Jugendliche unkompliziert Hilfe finden, wenn sie sie brauchen.

Wir haben die Schulsozialarbeit in Wiesbaden deutlich gestärkt: Seit 2025 gibt es an allen Haupt- und Realschulen, Integrierten Gesamtschulen und Berufsschulen professionelle Sozialarbeiter*innen vor Ort. Sie sind direkte Ansprechpartner*innen für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte – sei es bei schulischen, sozialen oder persönlichen Herausforderungen. Die Schulsozialarbeit leistet Präventionsarbeit, unterstützt bei Konflikten und Krisen und fördert die soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Die flächendeckende Präsenz an den Schulen trägt dazu bei,  die Chancengleichheit zu erhöhen, den Zusammenhalt zu stärken und Kindern ein sicheres, unterstützendes Lernumfeld zu bieten.

Der Kulturpark hat sich in den letzten Jahren zu einem lebendigen Zentrum für junge Menschen entwickelt. Neben vielfältigen Freizeit- und Sportmöglichkeiten stehen dort nun auch öffentliche und kostenfreie Toiletten zur Verfügung – ein scheinbar kleines Detail, das aber für die Aufenthaltsqualität entscheidend ist und zeigt, dass wir jugendgerechte Infrastruktur ernst nehmen.

Bolzplätze wurden saniert und beispielsweise neue Anlagen für Calisthenics oder auch zum Skaten geschaffen, wie z.B. am Kransand in Mainz-Kastel. Wir wollen Möglichkeiten in der Stadt bieten, kostenfrei Sport zu machen und sich zu bewegen.

Kinder und Jugendliche aus Wiesbaden können bis zu ihrem 18. Geburtstag den ÖPNV in ganz Hessen und Mainz für nur 15 € im Monat nutzen. Familien mit geringem Einkommen zahlen nur 10 €. Trotz der jüngsten Erhöhung des regulären Schülertickets Hessen durch den RMV auf rund 32 € pro Monat hält die Stadt Wiesbaden den Preis des WI15-Tickets stabil. So werden Familien gezielt in Zeiten von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten entlastet.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können seit Dezember 2023 während aller hessischen Schulferien kostenlos in vielen der Wiesbadener Schwimmbäder schwimmen.

Mit der AG Plätze gibt es jetzt ein Beteiligungsgremium, in dem Jugendliche gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Fachkräften aus der Jugendarbeit über die Gestaltung von Wiesbadener Plätzen beraten. Hier können junge Menschen direkt sagen, was sie brauchen, und ihre Ideen werden ernst genommen. Die Ergebnisse sind sichtbar: Durch die Impulse der AG Plätze wurden bereits neue Calisthenics-Anlagen, Basketballplätze und weitere Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen. So zeigen wir, dass echte Jugendbeteiligung konkrete Verbesserungen bringt.

Auf Initiative von Jugendlichen bei der Veranstaltung „Youth happens“ wurden im Stadtgebiet smarte Solarbänke aufgestellt. Mittlerweile gibt es acht davon, zum Beispiel am Dernschen Gelände. Sie bieten nicht nur Sitzgelegenheiten, sondern auch die Möglichkeit, Handys mit Solarstrom aufzuladen – ein modernes und nachhaltiges Beispiel dafür, wie Ideen von Jugendlichen direkt umgesetzt werden können.

Wir setzen uns dafür ein, dass junge Menschen in Wiesbaden einfach, transparent und passgenau ihre Ausbildung oder ihren Einstieg ins Berufsleben finden. Mit der Chancenplattform Wiesbaden schaffen wir eine digitale Anlaufstelle für junge Menschen, die ihren Weg in Ausbildung, Studium oder Beruf suchen. Die Plattform bündelt Informationen zu Ausbildungsplätzen, Praktika, Weiterbildungen und lokalen Arbeitgeber*innen – einfach zugänglich und aktuell. Mit dem Ausbildungsradar wird jeder freie Ausbildungsplatz in der Region sichtbar – und Bewerber*innen, die zunächst keinen Platz bekommen, können an andere Unternehmen weiterempfohlen werden. Das Forum Fachkräfteinitiative Industrie vernetzt Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Fachkräfte und schafft so direkte Verbindungen zwischen jungen Menschen und Arbeitgeber*innen.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass junge Menschen in Wiesbaden bezahlbaren und gut ausgestatteten Wohnraum finden. Im September 2025 wurde das Richtfest für das neue Studierendenwohnheim an der Hollerbornstraße mit 435 Plätzen, barrierefreien Apartments, Gemeinschafts- und Lernräumen sowie einer integrierten Kita gefeiert. Die Fertigstellung ist für das Wintersemester 2026/27 geplant. Auch für Auszubildende entstehen bezahlbare Wohnplätze, unterstützt durch Pilotprojekte der GWW. Weitere Projekte, wie Wohnheime am Elsässer Platz oder das Quartillion Studentenwohnheim, befinden sich in Planung oder Bau.