Senior*innen

Der demografische Wandel ist in Wiesbaden längst angekommen. Aktuell sind 20 Prozent der Wiesbadener*innen über 65 Jahre alt. Die kommunale Senior*innenpolitik steht vor großen Herausforderungen angesichts des sozialen und demografischen Strukturwandels. Wir GRÜNE wollen bei sozialpolitischen Initiativen die Bedarfe älterer Menschen fördern: In den Bereichen Gesundheit und Pflege, aber auch Bildung, Kultur und Teilhabe. Die Selbstbestimmung und der Erhalt der Selbstständigkeit älterer Menschen sind uns dabei ein besonderes Anliegen. Wir treten für vielfältige Altersbilder ein und sehen im Lebensabschnitt Alter Potenziale für die Stadtgesellschaft.

Was gute Politik für Senior*innen für uns bedeutet

Selbstbestimmung garantieren

Ältere Menschen sollen eigenständig über ihr Leben entscheiden können und dabei umfassende Unterstützung erhalten.

Teilhabe ermöglichen

Senior*innen sind wichtiger Teil der Stadtgesellschaft und sollen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Barrierefreiheit

Eine altersgerechte Stadt ermöglicht allen Menschen unabhängig vom Alter die gleichberechtigte Nutzung des öffentlichen Raums.

Leben im Quartier

Wohnortnahe Versorgung und nachbarschaftliche Strukturen ermöglichen ein selbstständiges Leben in vertrauter Umgebung.

Generationen zusammenbringen

Der Austausch zwischen Jung und Alt bereichert unsere Stadtgesellschaft und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Prävention

Frühzeitige Unterstützung und Gesundheitsförderung helfen dabei, Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Was wir konkret in diesem Bereich tun wollen

Um Wiesbaden systematisch altersgerecht zu gestalten, ist Wiesbaden der WHO- Initiative „Age-friendly City“ beigetreten. Wir wollen in diesem Rahmen weitere Konzepte für Verkehr, Wohnen, öffentlichen Raum, soziale Teilhabe und Gesundheitsversorgung umsetzen.

Wir fördern Konzepte für selbstbestimmtes Leben im Alter mit Fokus auf gemeinschaftliche Wohnformen, Treffpunkte für Senior*innen und barrierefreie Nahmobilität zur Stärkung der Selbstständigkeit.

Geschulte Fachkräfte besuchen ältere Menschen regelmäßig zu Hause, ermitteln den Versorgungsbedarf und koordinieren Unterstützungsleistungen vor Ort – auch jenseits klassischer Pflegebedürftigkeit.

Praktische Trainings zum sicheren Umgang mit E-Bikes, zur Nutzung der RMV-App oder zum Verhalten in Bus und Bahn stärken Selbstständigkeit und Sicherheit besonders von Senior*innen.

Wir wollen, dass  die nationale Demenzstrategie umgesetzt wird durch Unterstützungsangebote und Präventionsmaßnahmen wie soziale Teilhabe, Kommunikation, Bewegung und spezielle Mobilitätsdienste.

Leben im Quartier wollen  wir durch gemeinschaftliche und generationenübergreifende Programme, die sozialer Isolation entgegenwirken und nachbarschaftliche Verbindungen stärken, fördern. Seniorentreffs in den Stadtteilen sollen erhalten bleiben.

Das Netzwerk der Bildungsträger*innen erhält finanzielle Förderung zur Koordination und Entwicklung altersgerechter Bildungsangebote und generationsübergreifender Projekte.

Ältere Menschen sind immer wieder von physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt. Da sie oft größere Hürden beim Zugang zu Hilfe haben und künftig häufiger von Armut betroffen sind, benötigen sie – besonders ältere Frauen – niedrigschwellige Schutzangebote.

Was wir bereits erreicht haben

Mit dem 2023 gestarteten Projekt Quartiershäuser Wiesbaden gibt esneue Räume für Begegnung, Teilhabe und selbstbestimmtes Wohnen im Alter. Nach dem Vorbild des „Bielefelder Modells“ verbinden Quartiershäuser barrierefreies Wohnen mit sozialer Infrastruktur – Begegnungsräumen, Beratung und Nachbarschaftshilfe. Sie fördern Zusammenhalt im Stadtteil und verhindern Einsamkeit. Damit werden ein generationenübergreifendes Miteinander, soziale Teilhabe und die Möglichkeit, auch im hohen Alter selbstbestimmt in vertrauter Umgebung zu leben, gefördert.

Das Moritz-Lang-Haus in Dotzheim wird ab Herbst 2026 mit 104 stationären und 14 Kurzzeitpflegeplätzen bezugsfertig sein. Damit  werden dringend benötigte Kapazitäten geschaffen und modernisierte Pflege nach heutigen Standards ermöglicht.

Wir GRÜNE haben in Wiesbaden für eine deutliche Verbesserung der Mobilität für Senior*innen gesorgt. Es wurden zahlreiche Bushaltestellen barrierefrei umgebaut – mit erhöhten Bordsteinen, taktilen Leitelementen und verbreiterten Einstiegsbereichen. Auch viele Ampeln verfügen inzwischen über akustische Signale. Am Hauptbahnhof und am Marktplatz erleichtern neue taktile Stadtpläne, blinden und sehbeeinträchtigten Menschen die Orientierung. Zusätzlich sorgt eine digitale Fahrgastinformation mit barrierefreier Bedarfsansage am Hauptbahnhof dafür, dass alle Reisenden Informationen selbstständig abrufen können. Diese Maßnahmen erleichtern älteren Menschen den sicheren Zugang zu Bus, Bahn und öffentlichen Räumen – für mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität im Alltag.

Am Kransand in Mainz-Kastel haben wir die Barrierefreiheit umfassend verbessert. Ein neuer Aufzug verbindet Rheinufer und Brückenkopf über sechs Meter Höhenunterschied, sodass auch mobilitätseingeschränkte Menschen das Freizeitgelände problemlos erreichen. Barrierefreie Wege, Sitzgelegenheiten und sanitäre Anlagen ermöglichen Senior*innen den gleichberechtigten Zugang zu Bewegung, Begegnung und Erholung am Rhein.