Bevölkerungsschutz

Angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse durch die Klimakrise und geopolitischer Bedrohungslagen ist ein widerstandsfähiger Bevölkerungsschutz unverzichtbar. Wir setzen uns für eine effektive Gefahrenabwehr und eine gute Krisenprävention ein, die Menschen in allen Lebenslagen schützt.

Dazu gehören die Fortschreibung des kommunalen Hitzeaktionsplans, der vulnerable Gruppen schützt, sowie ein umfassendes Konzept zum Hochwasserschutz mit Renaturierung von Flussläufen und die Schaffung von Retentionsflächen.

Wir setzen uns für ein lokales Frühwarnsystem ein, das alle Bürger*innen rechtzeitig erreicht. Gleichzeitig wollen wir die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung stärken.

Die Nachwuchsgewinnung im Bevölkerungsschutz ist eine zentrale Herausforderung. Wir wollen neue Zielgruppen für dieses Ehrenamt begeistern und für attraktive Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote sowie eine entsprechende Ausstattung der Feuerwehren und Hilfsorganisationen sorgen.

Was widerstandsfähiger Bevölkerungsschutz für uns bedeutet

Wir handeln vorausschauend

Wir wollen in Prävention investieren, statt auf Katastrophen zu reagieren. Wiesbaden krisenresilient zu machen, ist die beste Investition, die wir treffen können.

Wir machen Infrastruktur krisenfest

Besonders wichtig ist uns der Schutz kritischer Infrastruktur in den Bereichen Energie- und Wasserversorgung, Kommunikation und Gesundheitseinrichtungen.

Wir schützen das Wertvollste

Wir sorgen für alle, die uns wichtig sind: Unsere Kinder, unsere Eltern, unsere Freund*innen, unsere Nachbarn, unsere Haustiere. Wir geben unser Bestes für ihr Wohlergehen.

Wir sind zusammen aktiv

Gemeinsames Handeln ist die Voraussetzung für unsere Sicherheit. Wir fördern das Ehrenamt und unterstützen zivilgesellschaftliche Vernetzungen.

Wir handeln solidarisch

Wir stehen als Gesellschaft zusammen. Die Klimakrise trifft nicht alle gleich; es sind oft die Älteren, die Kranken, die Einsamen und die Benachteiligten, die besonders betroffen sind.

Wir erreichen jeden

Wir stellen unsere Frühwarnsysteme breit auf, um alle Menschen jederzeit und überall informieren zu können.

Was wir konkret in diesem Bereich tun wollen

Vorsorge kostet einen Bruchteil der Schadensbeseitigung. Wir setzen uns dafür ein, dass Wiesbaden durch Hitze-, Starkregen- und Hochwasserschutzpläne  krisenresilient wird. Wir wollen dafür sorgen, dass das Bewusstsein der Bürger*innen für Gefahren wie Überschwemmungen, Stromausfälle und Waldbrände geschärft wird. Durch Katastrophenschutzübungen, Aus- und Fortbildung wollen wir  für die Stärkung der Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung und der effektiven Zusammenarbeit zwischen Behörden und Einsatzorganisationen sorgen und uns dafür einsetzen, die Kommunikationswege für (Früh-)Warn- und Entwarnmeldungen zu erweitern. Dabei sind virtuelle Kanäle wie Warn-Apps genauso wichtig wie Sirenen und lokale Netzwerke, um auch Ältere und Menschen ohne digitalen Zugang oder auch beeinträchtigte Menschen zu erreichen.

Von Katastrophen betroffene Bürger*innen benötigen schnelle Hilfe, aber auch Einsatzkräfte und Spontanhelfer*innen geraten oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Im Krisenfall wollen wir verstärkt dafür sorgen, dass die Stadt Wiesbaden unbürokratisch unterstützen und sich auch um die psychosoziale Notversorgung kümmern kann. Damit soziale Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime und Arztpraxen nicht ausfallen, müssen Notfallpläne im Hinblick auf mögliche Patienten*innenverlagerungen und die Aufnahme von Verletzten vorbereitet sein. Wir wissen, dass der Katastrophenschutz besonders vom Engagement tausender ehrenamtlich tätiger Personen lebt: In Deutschland sind 90 Prozent der Helfenden im Bevölkerungsschutz Ehrenamtliche! Wir wollen dieses unverzichtbare Engagement würdigen, gezielt stärken und attraktiver gestalten – insbesondere für junge Menschen, Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte.

Bei Starkregen und Überschwemmungen kann es neben direkten Gefährdungen unter anderem zum Auslaufen von Öltanks in Heizungskellern kommen. Lange Trockenheit und Hitze hingegen sorgen in unseren Gewässern für giftige Algenblüten; bei Bränden entstehen gefährliche Rauchgase. Die Stadt Wiesbaden soll frühzeitig in diesen Krisensituationen die Bürger*innen warnen und sich um Betroffene kümmern können. Deshalb wollen wir die Kooperation der Bevölkerungsschutzeinheiten mit Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen stärken.

Extreme Hitzeperioden über einen längeren Zeitraum nehmen im Zuge des Klimawandels zu und werden zu einer steigenden Belastung für die Menschen. Besonders in der Innenstadt können sich Wohnungen über Tage hinweg auf Temperaturen aufheizen, die einen erholsamen Aufenthalt und Schlaf dort unmöglich machen. Wir halten es daher für unabdingbar, dass es in Wiesbaden gut erreichbare kühle Orte gibt, an denen sich Bürger*innen zumindest tagsüber kostenfrei aufhalten können.

Über 80% aller Brände im Wald werden durch Menschen verursacht. Wir wollen daher, dass die Stadt Wiesbaden  eine breit angelegte Aufklärungskampagne startet, die über Brandgefahren im Wald informiert und für verantwortungsvolles Verhalten sensibilisiert. Je eher ein Waldbrand erkannt wird, desto leichter ist es, größere Schäden zu vermeiden. Wir setzen uns für ein flächendeckendes digitales Frühwarnsystem ein und unterstützen die Ausrüstung und Ausbildung unserer Feuerwehren. Außerdem wollen wir für ein dichtes Netz an geeigneten Löschwasserentnahmestellen der Stadt Wiesbaden sorgen.

In einem Krisenfall kann es zum Ausfall kritischer Infrastrukturen kommen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die bestehenden Katastrophenschutzpläne allen Bürger*innen bekannt sind und die dafür notwendige Infrastruktur ausgebaut ist. Dafür engagieren wir uns. Dazu gehören die schnelle Aufstellung mobiler Wassertanks und Toiletten, die Ausgabe von Lebensmittelrationen und notwendigen Medikamenten für die Bevölkerung sowie Notstrom- und Kraftstoffversorgung für die Einsatzkräfte. Wir setzen uns ebenso dafür ein, dass die Feuerwehren und Hilfsorganisationen mit der erforderlichen Infrastruktur zukunftsfähig und krisenresilient ausgestattet sind und durch die städtischen Einrichtungen unterstützt werden.

Zum Schutz vor Überflutungen setzen wir auf das Schwammstadt-Prinzip: Regenwasser soll dort versickern können, wo es fällt, statt in überlastete Kanäle zu fließen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass es in Wiesbaden mehr Gründächer, Versickerungsflächen und unterirdische Speicher gibt, sowie – wo möglich – Flächen entsiegelt werden.

Was wir bereits erreicht haben

Als Retentionsräume und Überschwemmungsflächen wurden bereits städtische Flächen entsiegelt und artenreich begrünt. Diesen Prozess werden wir erfolgreich fortsetzen.

Die Stadt Wiesbaden hat bereits mit der Planung des Regenrückhaltebeckens in Rambach begonnen sowie den Schluckbrunnen im Kurparkweiher fertiggestellt. Darüber hinaus sorgt die Stadt in unserem Stadtwald für rückhaltefähige Waldbestände. Es wurde ein bewusstes Wassermanagement entwickelt und zum Beispiel flächendeckend Kleinrückhalteräume angelegt.

Naturnahe Waldstrukturen und durchgängig ungestörte Böden fördern die Wasseraufnahme dort, wo die Niederschläge fallen und verringern den Oberflächenabfluss. Damit wird die Hochwasserentstehung gebremst, die Bodenwasserverfügbarkeit für die Bäume erhöht und die Grundwasserneubildung ermöglicht.

Wir fördern den klimaresilienten Umgang mit Niederschlagswasser. Deshalb haben wir uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass Starkregenkarten erarbeitet und der Öffentlichkeit von der Stadt Wiesbaden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wird an einer Niederschlagswasser-Satzung gearbeitet. Das Schwammstadtprinzip wird jetzt bei der Umgestaltung von Plätzen (Elsässer Park, Schloßplatz etc.) und bei großen neuen Bauvorhaben angewendet.

Die Stadt Wiesbaden hat bereits die 1. Auflage des Hitzeaktionsplans veröffentlicht – hier wird ständig aktualisiert, evaluiert und weiterentwickelt. Zudem wurde eine „Karte der kühlen Orte“ erarbeitet und veröffentlicht. Diese Karte wird laufend erweitert.

Im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls oder wenn die Telekommunikation unterbrochen ist, richten unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen in allen Ortsbezirken mobile und stationäre Katastrophenschutz-Leuchttürme ein. Damit wird die Notversorgung und -kommunikation sichergestellt. Hier kann man im Krisenfall Notrufe absetzen, erhält praktische Hilfe sowie verlässliche und klare Informationen zur aktuellen Lage. Die Standorte lassen sich online im Wiesbadener Geoportal finden.