Klimaschutz und Klimaanpassung

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Nur wenn wir sie annehmen und die bekannten Maßnahmen umgehend umsetzen, können wir noch unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Zukunft hinterlassen. In der Landeshauptstadt haben wir GRÜNE bereits entscheidende Weichen für mehr Klimaschutz und Klimaanpassung gestellt. Doch der Weg zu einer klimaresilienten Stadt erfordert weitere konsequente Schritte, die wir gemeinsam mit den Bürger*innen gehen wollen. Die Zeit drängt!

Klimaschutz ist auch die soziale Frage unserer Zeit. Er sichert die Grundlagen unseres Zusammenlebens lokal und global und schafft Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Mit deiner Stimme für uns GRÜNE sorgst du dafür, dass die Wiesbadener Strategie zur Klimaneutralität (KLIMA_PLAN) noch mehr zur gelebten Realität wird.

Für ein klimaneutrales Wiesbaden – konsequent, sozial gerecht und zukunftsorientiert! Wir GRÜNE stehen für eine Politik, die Verantwortung übernimmt und entschlossen handelt. Gemeinsam machen wir unsere Stadt fit für die Zukunft!

Was konsequenter Klimaschutz und Klimaanpassung für uns bedeutet

Zukunft sichern

Machen wir uns frei von Öl, Gas und Kohle. Nutzen wir erneuerbaren Energien, die langfristig günstiger sind und uns unabhängig machen von autoritären politischen Mächten. Zusammen mit Investitionen in mehr Energieeffizienz schaffen wir eine zukunftsfähige Wirtschaft in unserer Stadt.

Taten statt Worte

Eine konsequente Klimapolitik verbessert unser tägliches Leben. Sie sorgt für saubere Luft, weniger Lärm, mehr Stadtgrün, moderne Mobilität, zukunftssichere Arbeitsplätze und geringere Energiekosten. Damit ist sie ein entscheidender Hebel für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand in unserer Stadt.

Ehrlich handeln, nachhaltig leben

In Wiesbaden wollen wir Vorreiter für klimagerechtes Leben sein – ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit pragmatischen Lösungen, die allen zugutekommen. Wir setzen auf eine Politik, die Klimaschutz als Gewinn an Lebensqualität für alle begreift.

Klimaresiliente Stadt

Wir GRÜNE haben uns dafür stark gemacht, dass das Prinzip Schwammstadt in Wiesbaden inzwischen vielerorts zur Umsetzung kommt, und setzen uns weiter dafür ein, unsere Stadt widerstandsfähiger gegen Extremwetterereignisse wie Hitze und Starkregen zu machen. Damit verbinden wir Katastrophenvorsorge und Gesundheitsschutz mit mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Günstig leben mit lokalem Strom

In Wiesbaden gibt es viele Dächer für PV-Anlagen und Standorte für Windkraft, die sich in kurzer Zeit bezahlt machen. Inzwischen gibt es viele Expert*innen, die eine individuelle Beratung auf dem Weg zum eigenen Strom für Wohnung und Mobilität anbieten. Die Wohnung heizen statt der Umwelt!

Solarstrom vom Acker

Agri-PV-Anlagen bieten Vorteile für die Energiegewinnung und tragen zum Schutz der landwirtschaftlichen Kulturen bei. Die Beschattung durch Solarmodule reduziert in Hitzeperioden den Wasserbedarf und schützt vor extremem Wetter.

Was wir konkret in diesem Bereich tun wollen

Der Klimawandel wartet nicht – wir auch nicht! Wir wollen, dass  die Maßnahmen des KLIMA_PLANS Wiesbaden konsequent umgesetzt werden. Dabei werden wir dafür sorgen, dass sich zunächst auf diejenigen Maßnahmen konzentriert wird, die pro investiertem Euro die größte CO₂-Einsparung bringen. So werden die städtischen Ressourcen optimal genutzt und es werden schnellere Fortschritte beim Klimaschutz erreicht. Klimaschutz funktioniert nur gemeinsam! Wir werden uns dafür einsetzen, die Wiesbadener Zivilgesellschaft stärker in die Umsetzung einzubinden – von Bürger*inneninitiativen über Unternehmen bis zu Schulen. Denn nur gemeinsam schaffen wir die Transformation zu einem klimaneutralen Wiesbaden. Über das Monitoring kann die Stadtgesellschaft nachvollziehen, wo die Landeshauptstadt Wiesbaden  steht und wo nachgesteuert werden muss.

Wir setzen auf echte CO2-Reduktion durch den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, klimafreundlicher Mobilität und energetischer Gebäudesanierungen in unserer Stadt. Zweifelhafte CO2-Zertifikate, wie sie beispielsweise über Gas-Kraftwerke in Indien eingekauft werden können, lehnen wir als Greenwashing ab (Link).

Auf allen Ebenen der kommunalen Aktivitäten wollen wir die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele in Wiesbaden vorrangig voranbringen. So erreichen wir soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen. Dazu soll aus der SDG- Bestandsaufnahme der Stadtverwaltung ein Handlungsprogramms mit konkreten Verantwortlichkeiten und den nötigen Ressourcen entwickelt und umgesetzt werden. Unter anderem sollen bei der Beschaffung systematischer Nachhaltigkeitskriterien wie Lebenszykluskosten, Ressourcenschonung und Tariftreue berücksichtigt werden.

Die Senkung von Temperaturen in allen hitzebelasteten Stadtteilen ist ein primäres Ziel der Klimaanpassung für den Gesundheitsschutz. Dabei wollen wir weiter für weniger versiegelte Flächen sorgen und die Hitze- und Starkregen-Wirkung durch verstärkte Begrünung von Fassaden, Dächern, Plätzen oder Schulhöfen stärken. Auch technische Lösungen wie Sonnenschutz und Nachtauskühlung von Gebäuden, PV-überdachte Parkplatz-und Gehwegflächen oder Befeuchtungsmaßnahmen gehören zur Lösung.

Die Umsetzung des KLIMA_PLANs werden wir mit ausreichend finanziellen Mitteln absichern. Dabei berücksichtigen wir die realistischen Kosten und die Einsparpotenziale, auch durch vermiedene Klimafolgekosten. Wir wollen das städtische Fördermittelmanagement weiter ausbauen, um alle verfügbaren Bundes- und EU-Fördermittel für Wiesbaden zu mobilisieren. Damit entlasten wir den städtischen Haushalt und maximieren unsere Klimaschutzinvestitionen. Wir werden ein Kompetenznetzwerk für Klimaschutz in der Stadtverwaltung einrichten, dass alle Fachbereiche bei der Umsetzung ihrer Klimaschutzmaßnahmen unterstützt und die Beantragung von Fördermitteln koordiniert.

Für Organisationen der Stadtgesellschaft – wie etwa den Klimaschutzbeirat mit Vertreter*innen aus Unternehmen und Verbänden – wollen wir das Anhörungs-, Vorschlags- und Rederecht in den politischen Gremien wie Ausschüssen und Ortsbeiräten verbessern. Wir wollen die Einrichtung von Bürger*innen-Klimaräten anregen, in denen Wiesbadener*innen konkrete Vorschläge zur Umsetzung und Weiterentwicklung des KLIMA_PLANS erarbeiten können.

Wir wollen die Klimaschutzagentur (KSA) als Organisatorin für die Beratung für die Energie- und Wärmewende der Zivilgesellschaft stärken. Deren personelle Basis ist entsprechend aufzustellen und finanziell durch städtische Zuschüsse sowie Fördermittel von dritter Seite zu sichern. Um Synergien zu nutzen, wollen wir die Aktivitäten der ESWE Versorgung, der KSA und des Umweltladens unter einem gemeinsamen Dach, dem „Haus für Umwelt und Klima“, bündeln und in der Innenstadt als zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für die Bürger*innen sichtbarer machen. Damit entsteht auch die Möglichkeit für weitere bürger*innennahe Organisationen (auch aus dem Umland), Umwelt- und Klimaschutz gemeinsam und vernetzt schneller in der Bevölkerung zu verankern.

Die Energie- und Wärmewende betrifft alle Bürger*innen. Wir dürfen die Stadtwerke und Energieversorger mit deren Umsetzung nicht allein lassen und wollen unseren Beitrag für eine ökologische, sichere und sozial ausgewogene Wärmewende leisten. Der Ausbau der Wärmenetze ist vor dem Hintergrund der Bezahlbarkeit und der schlechten Energiezustände im Geschosswohnungsbau das Mittel der Wahl in der verdichteten Innenstadt. Dezentrale Nahwärmesysteme auf Niedertemperatur-Niveau sind ebenfalls zu verfolgen. Wir wollen die Energiewende auch mit Bürger*innenprojekten im Quartier umsetzen, um die 100 Prozent erneuerbare Wärme bis 2045 zu erreichen. Dabei helfen Leitlinien für nachhaltige Quartiersentwicklung mit erneuerbaren Energien und verbesserter Energieeffizienz. Die Erstellung und Umsetzung von Stadtsanierung mit staatlicher Förderung ist dazu ein unterstützendes Instrument.

Um die Klimafolgen täglicher Entscheidungen in der Stadt transparent zu machen und klimafreundliche Entscheidungen zu fördern, setzen wir uns für die Einführung einer „Klima-Ampel“ für städtische Vorhaben ein.

Jede relevante Maßnahme, jedes Bauprojekt und jede Investition wird hinsichtlich ihrer Klimaauswirkungen bewertet und mit einer Ampelfarbe gekennzeichnet: Grün für klimapositive, Gelb für klimaneutrale und Rot für klimaschädliche Vorhaben. Dazu soll eine konkrete Lebensdauer-CO2-Bilanz durch unabhängige Experten erstellt werden und allen Bürger*innen zugänglich sein. Mit der Klima-Ampel schaffen wir eine verbindliche Grundlage für klimabewusste Entscheidungen in unserer Kommune. Bei gleichwertigen Alternativen soll stets die klimafreundlichere Variante bevorzugt werden.

Was wir bereits erreicht haben

Die wesentlichen Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Energie in der Landeshauptstadt wurden in ein strategisches Konzept, den KLIMA_PLAN, gegossen, der konkrete Ziele und Maßnahmen umfasst und eine Priorisierung ermöglicht (Link). Die Umsetzung der Maßnahmen ist an vielen Stellen in der Stadt im Gange. Neben der Verlegung von Wärme- und Stromtrassen gehören dazu der Ausbau der erneuerbaren Energien, die energetische Sanierung von Gebäuden, der Ausbau des ÖPNV, eine an Klimaschutzbelangen orientierte Siedlungsentwicklung, der Bau von Regenrückhalte- und Versickerungseinrichtungen und vieles mehr.

Mit dem Leitbild für nachhaltiges Bauen und zugehörigen Leitlinien wird bei allen städtischen Bauvorhaben Ökologie, Klimaschutz und Klimaanpassung von Anfang an mitgedacht. Entsprechende energetische Gebäudesanierungen und Neubauten mit erneuerbaren Energien werden bei laufenden Projekten bereits umgesetzt – etwa beim Bürgerhaus Kastel-Kostheim und in den vielen Neubaugebieten der Stadt.

Das städtische Programm Ökoprofit hat 2025 das 25-jährige Jubiläum gefeiert: Zahlreiche Unternehmen und Organisationen haben das Umwelt- und Klimamanagementsystem eingeführt und so die Weichen gestellt für eine ressourcenschonende, nachhaltige Wirtschaftsweise. Mit dem Modellprojekt Mehrweg und Hinweisen für Veranstaltungen haben wir in der letzten Wahlperiode erprobt, wie Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft im ToGo- und Veranstaltungsbereich funktionieren.

Mit der Wärmeplanung haben wir die strategische Grundlage für eine klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung geschaffen. Bis 2035 wollen wir den Anteil erneuerbarer Energien in der Landeshauptstadt mehr als verdoppeln, die in der Wärmepotenzialstudie ermittelten Möglichkeiten sind enorm. Ein Digitaler Zwilling der Stadt erlaubt dazu Berechnungen für die Energieversorgung und Wärmewende.

Die Zufriedenheit aufgrund der Verbesserungen für den Rad- und Fußgängerverkehr in Wiesbaden ist nachweislich gestiegen. Die bundes- und EU-weiten Vorgaben zum Gesundheitsschutz sowie die dafür in Wiesbaden notwendigen und umgesetzten Maßnahmen – wie Geschwindigkeitsregulierung und digitale Verkehrssteuerung – haben die gemessene Lärm- und Luftschadstoffbelastung sowie auch die Klimabelastung deutlich reduziert. Die Fahrzeiten in Wiesbaden haben sich im Vergleich dadurch nachweislich verbessert. Bei der ESWE sind mittlerweile 121 Busse elektrisch unterwegs. Das ist die größte E-Bus-Flotte Hessens. Die Projekte Reaktivierung der Ahrtalbahn und die Wallauer Spange sind vorangetrieben worden. Dank eines umfassenden Elektroladekonzepts stehen in Wiesbaden schon über 100 öffentliche Ladepunkte bereit.

Mit der Entwicklung eines Bodenmanagementkonzepts hat die Landeshauptstadt Wiesbaden ein wirksames Instrument geschaffen, um Flächen zu schützen, nachhaltig zu entwickeln und zu bewirtschaften. Grünflächen- und Klimaschutzflächen werden erhalten. Optimierte Flächennutzung und -recycling ist die Gewähr für den auf Bundesebene festgelegten Netto-0-Flächenverbrauch bis spätestens 2050. Nach Erreichen von Netto 0 steigen wir in eine Flächenkreislaufwirtschaft ein. Die Inanspruchnahme von Freiflächen und wertvollen Böden wird durch eine vorausschauende, aktive Bodenpolitik reduziert.

Klimaschutz geht nur gemeinsam. Wir haben das Klima- und Umweltmanagement in der Verwaltung gestärkt und Nachhaltigkeit im Beteiligungskodex der Stadt verankert. Diesen Weg werden wir weitergehen und die Bürger*innen noch stärker einbinden. Das Klimaanpassungskonzept für Wiesbaden wird Ende 2025 vorgelegt.